Aktuelles - Brandenburgische Staedtebahn

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Aktuelles

Görke fordert Reaktivierung der Städtebahn

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Antwort an den DBV

"Sehr geehrter Herr Böhnke,
  
das für Kreis und Land unrühmliche Ende der Städtebahn zwischen Brandenburg an der Havel und Bad Belzig und die Verlagerung des Personenverkehrs auf die Straße, wird, durch die vorgenannten Institutionen, nicht rückgängig gemacht werden.
 
Die Denkschablonen sind zu festgefahren.
  
Als wir noch im Gespräch zur Strecke nach Niemegk waren, bin ich an den Landkreis herangetreten und habe eine Trassensicherung „angemahnt“.
Leider ist diesbezüglich nichts geschehen. Die Schiene hat in Kreis und Land keine Lobby!
 
Bei der Veranstaltung zum Verkehrsentwicklungskonzept 2016 sprach der Kämmerer in der Eröffnung von einem Fehler, die Strecke stillzulegen, das wars aber auch.
  
Für eine Wiederbelebung muss das starre Beharren auf den Busverkehr, durch Kreis und Verkehrsbetriebe, abgelegt werden.
 
Da, wie überall, die Kaufleute das Sagen haben, geht es hier erstmal ums Geld, nicht um Verminderung des Individual- und LKW-Verkehrs. ROI möglichst < 1 Jahr.
 
Es muss ein breites Bündnis geschaffen werden, welches die Vorteile aufzeigt wieder auf den SPNV zu setzen.
 
Vielleicht sollten sich auch interessierte EVU hierzu zusammenschließen!?
 
Ich persönlich glaube, an eine entsprechende Nachfrage, wenn die Züge bis Berlin durchgebunden (Flügelung) werden.
  
Die Strecke ist bisher nicht überbaut worden. In Schwanebeck wurde aber die Brücke abgerissen. Auch ein geplanter Abriss der Überführung über die Niemegker Straße ist bisher (aus Denkmalschutzgründen) nicht erfolgt. Bis Göttin sind die Gleise rückgebaut worden, wobei der Abschnitt bis Reckahn (nach meinem Kenntnisstand), im Gegensatz zum Rest, noch nicht entwidmet worden ist.
 
Die Idee an sich ist sehr gut, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
 
 
 
Mit freundlichen Grüßen
 
IG Brandenburgische Städtebahn e.V.


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Anschreiben  vom DBV
"Am 09.12.19, 01:48 schrieb "DBV-Bundesgeschäftsstelle" <buero@bahnkunden.de>:
 
Sehr geehrter Herr Peters,
 
in noch nicht einmal mehr einem Jahr gibt es Gelegenheit an ein trauriges und unrühmliches Kapitel Brandenburgischer Verkehrsgeschichte zu erinnern: der Freistellung nach § 23 AEG für die Strecke Brandenburg - Golzow. Angesichts zahlreicher Diskussionen in unserem Regionalverband Potsdam-Mittelmark und der umweltpolitischen Diskussionen auf nationaler und internationaler Ebene könnte die Städtebahn doch wieder eine Zukunft haben?! Wenn der politische Wille vorhanden ist, stünde einer Neuwidmung und dem Neubau nichts im Wege!
 
Deshalb die Frage an Sie: ist die Strecke zwischen Brandenburg und Golzow sowie zwischen Golzow und Belzig an einigen Stellen bereits überbaut und damit tatsächlich unwiderbringlich nicht mehr nutzbar?
 
Erste Überlegungen unsererseits - sicherlich eine sehr langfristige Überlegung - umfassen die Elektrifizierung der Strecke zwischen Golzow und Brandenburg bzw. Brandenburg und Rathenow, einer Zugteilung (aus Richtung Berlin kommend) in Brandenburg Hbf und das Führen als Entlastungszug mit Halt auf allen Unterwegsbahnhof für den RE 1 bis Werder. Von Werder könnte der Zug nach Golm weitergeführt werden und so zwischen den Universitätsstandorten Brandenburg (Havel) und Golm eine interessante Direktverbindung bieten. Auch für den Pendlerverkehr von Golzow nach Brandenburg entstünde mehr Zuverlässigkeit als heute mit dem +Bus, der im Berufsverkehr auf der B102, so wurde uns berichtet, vor Brandenburg häufig im Stau seht.
 
Was halten Sie von der Idee?
 
Herzliche Grüße
 
Frank Böhnke
 
 
 
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Rathenow - Neustadt


Der Kommentar

Der Zustand des nördlichen Abschnittes der Städtebahn zeigt, wie unsere gewählten Politiker und die Parteien zum Thema Bahn auf dem Lande stehen.
Platt machen und komplett austilgen können sie, zu Ihren Fehlern stehen und besonders diese zu heilen können sie wiederum nicht.
Nicht einmal die Sicherung der noch vorhandenen Trassen vor Überbauung bekommt man auf die Reihe.
Man kann sagen Dummheit und die kleinen Fürsten mit ihrem beschränkten, auf ihren Teller begrenzten Denken, sind der Tod jeglichen SPNV.
Das in Zeiten wo Klimaschutz, CO2  und neue Steuern auf fossile Brennstoffe die Schlagworte sind.
Man verlagert den Verkehr lieber auf die Straße und Verkehrsbetriebe kaufen sich über den modernen Ablasshandel noch glückstrahlend von CO2 frei.
Sinnvolle verbindende Verkehrskonzepte sucht man vergebens. Man hat auch gar nicht die Ressourcen weiteren Verkehr im SPNV aufzunehmen, da ja alles optimiert wurde.
Es gibt keine Reserven an Fahrzeugen und bei den Trassen, das ist nur totes Kapital. Ein komplett kaufmännisch verursachtes Disaster.
Es wurden Fahrpläne ausgedünnt, Strecken plattgemacht und schaute dann "blöd" aus der Wäsche wenn auf das Auto umgesattelt wurde.
Diese Verlagerung auf die Straße ist aber schon lange nachgewiesen worden, aber wo Ignoranz regiert ist auch kein Wille.
So wird Konzepten keine Möglichkeit gegeben sich zu entwickeln, da hier ja am besten sofort die Einnahmen steigen sollen.
Hier wird in Monaten gemessen und nicht in Jahren. Geiz ist geil und so wird vieles kaputt gerechnet.
Im Westen der Republik wird verstärkt wieder reaktiviert, hier im Osten wird und wurde stillgelegt und am Besten gleich entwidmet.
Damit auch wirklich kein Schienenverkehr mehr ohne entsprechenden Planungsaufwand möglich ist.

R.P.



Der Abbau geht weiter

Prinsen baut die Gleise in Richtung Brandenburg weiter zurück.


Ein gesundes neues Jahr 2018 wünscht die IG Städtebahn.

Ein kurzer Rückblick auf das vergangene Jahr.

Strecke Bad Belzig - Niemegk
Leider tendieren die  Aussichten für einen touristischen Fahrbetrieb auf der Strecke Bad Belzig - Niemegk gegen Null.
Bei einem Treffen im Landratsamt wurde der Vorschlag von den Verkehrsbetrieben torpediert.
Der Grund  - ein möglicher Fahrgastschwund im Busverkehr auf der neu eingeführten Buslinie von Belzig nach Treuenbrietzen.
Das ist aber hier nichts neues, da der gleiche Vorwand schon vorgebracht wurde als es keinen Wochenendverkehr mit dem Bus gab.
Auch die Stadt Belzig hat Vorbehalte, hier sind es die notwendigen Gelder.
Es ist nicht abzusehen, das alle für die touristische Entwicklung der Region an einem Strang ziehen werden.
Wie schon beim Plattmachen der Strecke Brandenburg - Belzig, schafft man es nicht über seinen begrenzten Horizont hinweg zu sehen.


Strecke (Bad Belzig) - Golzow - Brandenburg
Auf der Strecke wird weiter rückgebaut. Aktuell ist bis Eingang Göttin schon abgebaut worden.

Bilder: P. Weiß
Bild: P. Weiß
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Die IG Städtebahn wünscht Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das Jahr 2017.

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, Zeit noch einmal kurz das Jahr Revue passieren zu lassen.

Brandenburg-Bad Belzig
Die Firma Prinsen benötigte weitere Gleise und setzte den Abbau der Strecke im Bereich der Firmenniederlassung fort.
Der Landkreis hat auf dem Kreisentwicklungskonzept zwar von Fehlern gesprochen, nur lernen tut man nicht daraus.
Auch gibt es keine Ansätze einer möglichen Trassensicherung der stillgelegten Städtebahnabschnitte.

Bad Belzig - Niemegk (-Treuenbrietzen)
Zur Entwicklung des noch bestehenden Abschnittes zwischen Bad  Belzig und Niemegk gibt es nichts positives zu berichten.
Der geplante Start 2016 hat sich zerschlagen.
Vom Landkreis gibt es keine neuen Vorschläge zur Entwicklung des Abschnittes zu touristischen Zwecken und die DRE will den Bahnhof Niemegk abgeben.
Seit dem Startschuss durch den Landkreis ist schon geraume Zeit vergangen und bei der derzeitigen Geschwindigkeit durch die beiden vorgenannten Hauptakteure wird es keine Zukunft für diese Strecke geben und könnte damit wohl ein Fall für die Firma Prinsen werden.
Der Abschnitt von Niemegk nach Treuenbrietzen dient als zu begrünende Ausgleichsfläche für einen WKA-Betreiber.




Abgabe von Eisenbahninfrastruktur durch die DRE
Familienfest  Bw Seddin am 27.08.2016


Weiterer Rückbau in Reckahn (Mai 2016)
15 Jahre SPNV-Abbestellung zwischen Brandenburg-Belzig

Geboren am 25.März 1904

Als am 25.März 1904 der Eröffnungszug über die gesamte Städtebahn rollte, waren die Menschen begeistert zu den Bahnhöfen gekommen um das neue Verkehrsmittel zu sehen, das ihnen den Aufschwung und den Anschluss an die „weite Welt“ brachte.
Heute, 111 Jahre später, ist von der Städtebahn nicht mehr viel übrig geblieben.
Im Jahre 2004 hat sie, schon in der Agonie liegend, das 100 jährige Jubiläum noch erleben dürfen.
Dann ging es rasant bergab und es gab sehr viele Helfer dabei.
Der Landkreis, unter dem damaligen Landrat Koch, hatte nur Interesse an seiner Buslinie.
Schienenpersonennahverkehr (SPNV), so ein Schrott! „Zurück auf die Straße“ war der Slogan.
Das war aber schon immer ein Problem bei den einzelnen Fürsten(tümern), über die Grenzen (auch alsTellerrand bekannt) zu schauen. „Ein Verkehrskonzept? Wir haben doch eins!“
Das Interesse für einen Weiterbetrieb war auf Seiten der Landesregierung aber auch nicht vorhanden. Es gab ein kurzes Vorwort des damaligen Landeschefs Platzeck in der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen, welches so eigentlich nicht veröffentlicht werden sollte, da hier schon der Tod der Strecke feststand.
So bestellte das Land Brandenburg keinen SPNV mehr und der Verkehr wurde eingestellt.
Auch die, mit den am Erhalt und Betrieb Interessierten, besprochenen Zukunftspläne waren nach dem Erwerb der beiden Streckenabschnitte durch den Käufer nur noch Makulatur. Hier wurde hier der Firmenphilosophie Rechnung getragen und auch schon mal aus 80 m genehmigtem Rückbau mehr als 1000 m. Was stillschweigend durch das Landeseisenbahnamt hingenommen wurde.
Folgen gab es keine.
Dem Schrottpreis sei Dank konnte man hier mit einem niedrigen Einsatz einen anständigen Einnahmebeitrag verbuchen. Und der Schotter brachte wiederum „Schotter“ ein.
Dahingerede gibt es heut genug. Was ist ein Wort wert?
Überall heißt es: „Wir haben dafür kein Geld!“ Die Steuergelder werden dafür anderweitig verbrannt.
Leider gibt es beim Kauf von Schieneninfrastruktur keine vertraglich vereinbarten Trassensicherungen über 25 bis 50 Jahre. Damit würde man Spekulationen einen Riegel vorschieben.
Die Kreise und die Länder sind nicht gewillt, die Trassen in ihren Verkehrsplanungen weiterhin vor dem Überbauen zu schützen.
Eigentlich wollte man nicht die Fehler des Westens wiederholen! Was man auch nicht macht - man ist schlimmer!
Es wird stillgelegt und schnellstmöglich entwidmet, damit hier bloß kein Zug mehr fahren kann.
Durch die Stilllegungen von SPNV verdrängt man die bisherigen Fahrgäste auf die Straße. Auch die Zubringerfunktion ist damit hinfällig!
Hier beißt sich die Katze in den Schwanz.
Nach Untersuchungen fahren bis zu 70% der ehemaligen Fahrgäste dann mit dem privaten PKW!
Soweit zu dem Umweltaspekt.
Dafür haben unsere Politiker ja eine neue Tummelwiese, es scheint hier nichts anderes zu geben wie Windkraft und Photovoltaik!
Die Oberbürgermeisterin von Brandenburg an der Havel sprach in einem Interview, im Zusammenhang mit dem Erhalt der Straßenbahn in Cottbus, von Fehlern, die man so nicht noch mal machen würde. Gemeint war hier die Stilllegung der Straßenbahn nach Kirchmöser. Es fahren dort nicht mehr so viele Leute mit dem Bus wie vorher mit der Bahn!
Nicht umsonst versucht die Verkehrsgesellschaft Belzig, den Schienenersatzverkehr zwischen Brandenburg und Bad Belzig „zu verbessern“. Verbunden mit dem Abkoppeln der Gemeinden Reckahn und Krahne von der durchgehenden Verbindung.
Eben ein Kollateralschaden.
Gottseidank ist immer noch Verlass auf die selbsterstellte Statistik.
Straßen müssen nicht kostendeckend sein (dafür haben wir ja auch immer noch genügend Geld), aber eine Bahnlinie sollte nach dem Ausbau schon im Folgejahr möglichst Fahrgastzuwächse und Gewinne verzeichnen. Das ist typisch kaufmännisch gedacht. Hier braucht es doch etwas länger zur Etablierung, Zeit die man aber dafür nicht bekommt.
Viele reaktivierte Bahnen haben bewiesen, dass es geht. Wenn der Wille bei allen da ist!
Untersuchungen hatten Potential auch bei der Strecke Brandenburg-Belzig nachgewiesen.
Der jetzige Versuch des Landkreises, die Strecke Belzig-Niemegk touristisch wiederzubeleben, sieht zur Zeit auch nicht nach einem glücklichen Ende aus. Das ist eher ein Placebo für das „Gewissen“.
Die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) hat ihren Projektbereich aufgelöst und der Bahnübergang Niemegk ist weg.
Dafür hat man alle Interessierten, die sich in diese Vorhaben einbringen wollten, richtig vor den Kopf gestossen.
Die üblichen Ausreden stehen wieder im Raum ...

Gestorben am 13.Dezember 2003

Ronald Peters
IG Städtebahn


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